„Das große VBW-Musical-Konzert“ (Foto: VBW / Stefanie J. Steindl)
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TV-Gala: „Das große VBW-Musical-Konzert“ in Wien

Was für ein schöner Rahmen, was für ein schönes Konzert. Nachdem die Vereinigten Bühnen Wien bereits im vergangenen Jahr während des ersten Corona-Lockdowns in Zusammenarbeit mit den TV-Sendern ORF III und 3Sat die Musicalgala „Wir spielen für Österreich“ realisierten, wurde diese Zusammenarbeit jetzt wiederholt. Dieses Mal war „Das große VBW-Musical-Konzertallerdings nur dem österreichischen Publikum vorbehalten.

Wer die Möglichkeit hatte, sowohl die damalige als auch die jetzige Gala zu sehen, dürfte sich über die vielen positiven Veränderungen gefreut haben. Während im letzten Jahr die Musik nicht live war, spielte jetzt das wunderbare Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, das abwechselnd von Herbert Pichler, Michael Römer, Carsten Paap und Peter Biro dirigiert wurde.

Außerdem wechselte man vom nüchternen ORF-Sendesaal ins Wiener Ronacher, dessen Saal stimmungsvoll ausgeleuchtet wurde und dadurch eine tolle Kulisse für das Konzert bot. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Musicalintendant Christian Struppeck, der genauso smart wie charmant als Moderator durch den Abend führte, ist eine Gala entstanden, die ihrem Namen alle Ehre machte.

Zu Gehör kamen ausschließlich – mit Ausnahme von „Miss Saigon“ – Songs aus den Musicals der Vereinigten Bühnen Wien. Damit es nicht langweilig wurde, präsentierte man einzelne Nummern aber in sehr interessanten Konstellationen. So eröffneten Carin Filipcic, Maya Hakvoort, Vanessa Heinz, Wietske van Tongeren, Gino Emnes, Oedo Kuipers, Lukas Perman und Mark Seibert das Konzert gemeinsam mit einer stimmstarken Ensembleversion des Duetts „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“.

Zwischen den einzelnen Auftritten lieferte Christian Struppeck Hintergrundinformationen, die einzelnen Sängerinnen und Sänger kamen in kurzen Einspielfilmen zu Wort, was dem Konzert eine persönliche Note gab. Mark Seibert erklärte in seinem Einspieler, was für ihn die größte Herausforderung war: „Nicht vor Publikum zu stehen, sondern in eine Kamera zu singen.“ Wietske van Tongeren machte darüber hinaus deutlich, wie sehr Künstlerinnen und Künstlern die Bühne fehlt: „Das Schöne an dieser Gala ist, dass man sich nach langer Zeit endlich wieder schön machen kann und singen darf.“

Im Verlauf des Abends begeisterte Wietske van Tongeren unter anderem mit „Die Welt gehört mir“ („Der Besuch der alten Dame“) und lieferte mit Carin Filipcic eine grandiose Duett-Version von „Gold von den Sternen“ („Mozart!“). Maya Hakvoort durfte noch einmal die Kaiserin Elisabeth geben und sang „Ich gehör nur mir“ am Originalschauplatz in Schönbrunn, wo das Orchester vom Komponisten Sylvester Levay persönlich dirigiert wurde. Später sang sie auf dem mystisch beleuchteten Rang des Ronachers den Titelsong aus „Rebecca“ und erweckte ihre Mrs. Danvers eindrucksvoll zum Leben.

Für die Rolle des Tods in „Elisabeth“ empfahl sich Gino Emnes mit einer exzellenten Interpretation von „Der letzte Tanz“, der später noch mit Lukas Perman, Mark Seibert und Oedo Kuipers eine so wohl noch nie gehörte Quartett-Version von „Die Schatten werden länger“ lieferte. Lukas Perman durfte zudem einmal mehr als Alfred den Titel „Für Sarah“ singen, bevor Mark Seibert als Graf von Krolock die „Unstillbare Gier“ besang.

Einen Ausblick auf die für Dezember 2021 geplante Premiere von „Miss Saigon“ gewährten Oedo Kuipers und Vanessa Heinz mit einer emotionalen Interpretation von „Die letzte Nacht der Welt“ – mit neuem Songtext. Gerade Vanessa Heinz präsentierte sich dabei als starke Newcomerin, auf die man sich in „Miss Saigon“ freuen darf und die darüber hinaus auch noch in „Zeit in einer Flasche“ („Rebecca“) mit ihrem klaren Sopran begeisterte.

Ganz hervorragend in Szene gesetzt wurden die in Galakleidung auftretenden Künstlerinnen und Künstler von Gregory Glaser, der für Regie und Kamera verantwortlich zeichnete. Die dynamische Bildsprache in Verbindung mit dem stimmungsvollen Lichtdesign polierten „Das große VBW-Musical-Konzertzu einer glanzvollen Gala auf. Eines ist sicher: Auch nach der Pandemie darf es solche Fernsehkonzerte gern regelmäßig geben.

Text: Matilda Falke

Matilda Falke hat Germanistik studiert und ein Volontariat absolviert. Seit mehreren Jahren ist sie als freie Journalistin und Texterin tätig.

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