Klaus Florian Vogt (re.) mit Sohn Bosse (Foto: Dominik Lapp)
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Vater und Sohn: 3. Sinfoniekonzert in Osnabrück

Es war eine Premiere für den Tenor Klaus Florian Vogt: Zum ersten Mal sang er gemeinsam mit seinem Sohn Bosse auf einer Bühne. Anlass war das 3. Sinfoniekonzert der Saison des Osnabrücker Symphonieorchesters in der OsnabrückHalle, das gleichzeitig ein Jubiläumskonzert war. Gegründet im Dezember 1919, feierte das Orchester jetzt nämlich seinen 100. Geburtstag. Dass man sich dazu einen prominenten Wagner-Tenor wie Klaus Florian Vogt eingeladen hatte, ist allzu verständlich. Und weil dessen Sohn am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück Musical studiert, sollte auch er als Gesangssolist an diesem ehrwürdigen Abend mitwirken.

Eröffnet wurde das Konzert allerdings zunächst einmal mit der Ouvertüre aus dem Oratorium „Das Paradies und die Peri“ von Robert Schumann. Dieses Werk spielte das Osnabrücker Symphonieorchester zuletzt vor 100 Jahren, weshalb es ganz wunderbar zum Jubiläumskonzert passte. Generalmusikdirektor Andreas Hotz dirigierte das akribisch spielende Geburtstagskind exzellent durch all die Facetten von Schumanns Partitur, so dass die Musik genauso farbintensiv wie differenziert klang.

Im Anschluss folgte die Uraufführung des „Ballàbili“ von Detlev Glanert, der als einer der erfolgreichsten Komponisten unserer Tage gilt und persönlich anwesend war. Wunderschöne künstlich-sinnbildliche Klanglandschaften zeichneten die Musiker nach und machten deutlich, wie sehr der Kompositionsstil Glanerts die musikalische Tradition mit der Moderne verbindet. Das klang mal nach schwärmerischer Walzerseligkeit und mal äußerst pompös. Als kleines Bonbon kam sogar eine Windmaschine zum Einsatz.

Einen Ausblick auf die Opernspielzeit gab Klaus Florian Vogt mit dem Preislied des Stolzing aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Ab April 2020 wird dieses kolossale Werk nach 85 Jahren erstmals wieder am Theater Osnabrück zu sehen sein. Das Osnabrücker Symphonieorchester unterstrich beim Preislied eindrucksvoll seinen Stellenwert im Musiktheater und Klaus Florian Vogt, der die Partie unter anderem schon in Bayreuth verkörperte, sang die Arie mit Inbrunst, wofür ihn das Publikum mit lautstarkem Applaus feierte.

Aber auch im Operettenfach im Duett mit seinem Sohn Bosse begeisterte Vogt. Mit ihren strahlenden Tenorstimmen sangen Vater und Sohn „Da draußen im duftenden Garten“ aus „Ein Walzertraum“ von Oscar Straus und „Jay Mamám“ aus „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán. Doch nicht nur stimmlich harmonierten Klaus Florian und Bosse Vogt hervorragend miteinander, ebenso schien menschlich alles zu passen.

Den Abschluss des Jubiläumskonzerts bildete Anton Bruckners siebte Sinfonie. Dabei bot das Osnabrücker Symphonieorchester ein intensives Erlebnis mit einem warmen und romantischen Farbklang. Andreas Hotz verzichtete auf übertriebenes Pathos und klangliche Exzesse, vielmehr zeichnete eine fabelhaft beschwingte Leichtigkeit seine Bruckner-Interpretation aus.

Text: Dominik Lapp

Dominik Lapp ist der Gründer von kulturfeder. Als Kultur- und Lokaljournalist schreibt er außerdem unter anderem für die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt. Er führte Regie bei den Pop-Oratorien "Die 10 Gebote" und "Luther" sowie bei einer Workshop-Produktion des Musicals "Der Schimmelreiter". Darüber hinaus schuf er die Musical-Talk-Konzertreihe "Auf ein Wort".

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