„The Sound of Music“ (Foto: Dominik Lapp)
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Charmanter Klassiker: „The Sound of Music“ in Salzburg

Das internationale Interesse an „The Sound of Music“ ist riesig, sogar Fernsehsender aus Großbritannien und Japan berichteten im Herbst 2011, als das Musical am Salzburger Landestheater Premiere feierte. Die Inszenierung von Andreas Gergen und Christian Struppeck läuft noch immer und erinnert in ihren Grundzügen an die Londoner Inszenierung aus dem Jahr 2006. Dennoch ist in Salzburg keine bloße Kopie, sondern eine eigenständige Inszenierung zu sehen, die allerdings so aufwändig und liebevoll umgesetzt wurde, dass das Salzburger Regieteam den Vergleich mit der Londoner Großproduktion nicht zu fürchten braucht.

Die Regisseure und ihr Ausstatter Court Watson nutzen alle technischen Möglichkeiten der Bühne: Sie lassen Marias Fußmarsch vom Kloster zur Trapp-Villa durch den Einsatz der Drehbühne dynamisch wirken und die Trapp-Familie zum Finale mit einem Hubpodium vor der Silhouette der Alpen in die Höhe fahren – effektvoll unterstützt von Bühnennebel. Zentrales Element des Bühnenbildes jedoch ist ein Nachbau der Fassade der Trapp-Villa. Mithilfe der Drehbühne gibt die Fassade auf ihrer Rückseite das Innere der Villa frei. Aber auch der aus dem Film bekannte Gartenpavillon fehlt in Watsons Ausstattung genauso wenig wie der Berg, auf dem Maria zu Beginn das Titellied singt. Unterstützt werden die Bühnenelemente durch Videoprojektionen, in denen beispielsweise eine Rede Adolf Hitlers zu sehen ist – passend zur Zeit der Handlung, den 1930er Jahren.

Dabei dreht es sich um die Novizin Maria, die dem Witwer Kapitän Georg von Trapp bei der Erziehung seiner sieben Kinder helfen soll. Schnell gewinnt sie mit Gesang die Herzen der Kinder. Nach der Hochzeit von Maria und dem Kapitän feiert die Familie schließlich als Familienchor Erfolge und flüchtet vor den Nationalsozialisten in die USA.

Für die Hauptrollen wurden mit Milica Jovanovic und Uwe Kröger zwei im Musicalbereich äußerst bekannte Darsteller als Gäste engagiert, die sich als glückliche Wahl erwiesen haben. Vor allem Jovanovic hat als Maria ein großes Päckchen zu tragen. Denn mit ihr steht und fällt die gesamte Show. Sie verkörpert die junge Novizin mit Leichtigkeit und großer Spielfreude und schafft es, die Zuschauer von der ersten Szene an mitzureißen.

Gesanglich glänzt sie mit ihrem glasklaren Sopran. Musikalische Höhepunkte sind ihre Eröffnungsnummer „The Sound of Music“ sowie „Do-Re-Mi“, das sie gemeinsam mit den Kinderdarstellern hervorragend interpretiert. An ihrer Seite steht Uwe Kröger, der Georg von Trapp äußerst solide gibt. Er ist Edelmann und strenger Vater zugleich, was er schauspielerisch überzeugend über die Rampe bringt, während er gesanglich eine emotionale Interpretation des Songs „Edelweiß“ abliefert.

Während Frances Pappas als Mutter Oberin mit ihrem sehr eindringlichen „Climb every Mountain“ das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreißt, können Franziska Becker und Axel Meinhardt als Elsa Schrader und Max Dettweiler hauptsächlich schauspielerisch überzeugen, da sie buchbedingt gesanglich nicht sehr gefordert sind.

Die Rolle der Liesl hat Hanna Kastner übernommen, die die älteste Tochter im Hause Trapp mit jugendlicher Unbekümmertheit mimt, aber zum Ende hin eine schöne Entwicklung zu einer gereiften jungen Frau durchmacht. Auch das Zusammenspiel mit Philipp Andreas Sievers als Rolf Gruber gelingt ihr exzellent, was besonders im klangschön dargebotenen Duett „Sixteen going on Seventeen“ erkennbar wird. Äußerst spielfreudig zeigen sich auch die sechs Kinderdarsteller, die aus mehreren Hundert Bewerbern ausgewählt wurden.

Sehenswert sind zudem die Kostüme, für die ebenfalls Court Watson verantwortlich zeichnet. Vor allem für Maria und die Kinder hat er zahlreiche zeitgemäße Outfits geschaffen. Choreografin Kim Duddy ist bei einem Stück wie „The Sound of Music“ zwar nicht so stark gefordert, doch hat sie besonders aus der „Do-Re-Mi“-Szene eine hübsch choreografierte Nummer gemacht. Akustische Glanzpunkte setzt dagegen das Orchester des Salzburger Landestheaters unter der Leitung von Robin Davis, der seine Musiker mit dem nötigen Drive durch die Partitur von Richard Rodgers leitet.

Dass „The Sound of Music“ seit mehr als sieben Jahren in Salzburg auf dem Spielplan steht, ist sicher nicht nur dem Umstand geschuldet, dass es sich um ein österreichisches Thema handelt und der Film in Salzburg und im Salzburger Land entstanden ist. Vielmehr ist es der liebevollen, detaillierten und sehr klugen Inszenierung von Andreas Gergen und Christian Struppeck zu verdanken, dass das Stück seit Jahren so erfolgreich ist. Als charmanter Musical-Klassiker ist „The Sound of Music“ aus Salzburg nicht mehr wegzudenken.

Text: Dominik Lapp

Dominik Lapp ist der Gründer von kulturfeder. Als Kultur- und Lokaljournalist schreibt er außerdem unter anderem für die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt. Er führte Regie bei den Pop-Oratorien "Die 10 Gebote" und "Luther" sowie bei einer Workshop-Produktion des Musicals "Der Schimmelreiter". Darüber hinaus schuf er die Musical-Talk-Konzertreihe "Auf ein Wort".

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