Foto: Dominik Lapp
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Starkes Rhythmusspektakel: „Stomp“ auf Tour

Wir kennen das von Kindern, wenn sie die Nerven ihrer Eltern mal wieder strapazieren: Da wird der Kochtopf zur Trommel umfunktioniert, mit einem Löffel auf den Mülleimer geklopft, mit den Füßen getrampelt. Man könnte also sagen, dass die Künstler der Rhythmusformation „Stomp“ Kind gebliebene Erwachsene sind. Schließlich wusste schon Erich Kästner, dass nur Mensch ist, wer erwachsen wird und ein Kind bleibt. Doch „Stomp“ ist viel mehr als nur eine Truppe, die auf Dosen klopft und auf Eimer eindrischt. Die acht Künstler bieten eine Show, die in keine Schublade passt, weil sie eine Mischung aus Bewegung, Rhythmus, Komik und Percussion ist. Aktuell ist die Show wieder auf Deutschland-Tournee.

Seit der Entdeckung von „Stomp“ auf einem Festival in Edinburgh im Jahr 1991 wird die Show weltweit gefeiert. Mehr als 100 Klangwerker sind derzeit auf der ganzen Welt auf Tournee. 50 Länder haben die Krachmacher schon bereist, mehr als 15 Millionen Besucher sollen die Show gesehen haben. Und auch bei der aktuellen Tour schwappt ihnen eine wahre Welle der Begeisterung entgegen. Das Publikum honoriert die neue Show unter der Regie von Luke Cresswell und Steve McNicholas von der ersten Szene an mit frenetischem Applaus und Jubel.

Die acht Künstler erweisen sich als Rhythmus-Zauberer, begeistern mit „Clapping Hands“ genauso wie mit einer Nummer, die sie auf blechernen Spülbecken spielen, die von ihnen wie Bauchläden getragen werden. Witzig dagegen ist die „Newspapers“-Szene, in der nicht nur mit Zeitungen geraschelt, geblättert und getrommelt wird, sondern dem Publikum auch eine Lachsalve nach der anderen entlockt werden kann, als sich einer der Künstler aus Zeitungspapier Tierohren bastelt oder seine Zunge durch eine Zeitungsseite stößt, was wirklich zum Schießen komisch aussieht.

Als absolut großartig erweist sich die Szene, in der die „stompenden“ Klangkünstler in einem Klettergeschirr am oberen Teil des Bühnenbilds hängen und die mit allerhand Schrott bespickte Gitterwand zu einer überdimensionalen Percussion umfunktionieren. Frenetischen Applaus gibt es zudem für den Einsatz der „Walkers“, wie die 45-Gallonen-Ölfässer mit Skischuhen heißen, die an die AT-AT-Kampfmaschinen aus „Star Wars“ erinnern.

In der Nummer „Trolleys and Frogs“ werden Einkaufswagen und Wasserkanister für eine stimmige Klangsession zweckentfremdet, die beim Publikum ebenso gut ankommt wie die zehnminütige „Bins“-Performance, die nicht nur durch die fantastisch ausgeklügelte Choreografie fasziniert, sondern sich auch lautstärketechnisch mit ordentlichem Mülltonnen-Wumms als gelungener Höhepunkt der Show erweist. Zum Schluss gibt es Standing Ovations und eine nicht enden wollende Zugabe, bei der auch das hörbar gut unterhaltene Publikum mit einbezogen wird.

Text: Dominik Lapp

Dominik Lapp ist der Gründer von kulturfeder. Als Kultur- und Lokaljournalist schreibt er außerdem unter anderem für die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt. Er führte Regie bei den Pop-Oratorien "Die 10 Gebote" und "Luther" sowie bei einer Workshop-Produktion des Musicals "Der Schimmelreiter". Darüber hinaus schuf er die Musical-Talk-Konzertreihe "Auf ein Wort".

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