„Showtime“ (Foto: Dominik Lapp)
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Bezaubernd schön: „Holiday on Ice – Showtime“ auf Tour

Zum 75. Geburtstag von „Holiday on Ice“ feiert sich die Show selbst. Unter dem Titel „Showtime“ wird eine neue Inszenierung gezeigt, die die Geschichte der weltbekannten und meistbesuchten Eisshow nachzeichnet – vom Casting des ersten Eisläufers bis zur Welttournee. Dabei setzen die Macher auf Altbewährtes und Neues, auf international erfahrene Eiskunstläufer und Gaststars. Herausgekommen ist eine spektakuläre, abwechslungsreiche und sehenswerte Show mit zahlreichen Wow-Effekten.

Zu Beginn der neuen Show wohnt das Publikum einer Geburtstagsfeier bei. Zurück bleibt ein Mann, der sich als Produzent von „Holiday on Ice“ entpuppt und alte Fotos der Show betrachtet, die auf einen Gaze-Vorhang projiziert werden – und schon geht es zurück ins Jahr 1943, das Jahr, in dem „Holiday on Ice“ als reine Hotelshow ins Leben gerufen wurde. Das Publikum sieht die ersten Castings, die erste Show und reist mit dem Ensemble durch zahlreiche Orte und Jahrzehnte.

Die Zuschauer erleben neben den großen Auftritten aber auch die Emotionen hinter den Kulissen und eine Liebesgeschichte zwischen dem Produzenten und einer Eisläuferin. Für das aufwändig gestaltete Bühnenbild projiziert die größte LED-Wand einer Livetournee beeindruckende Bildszenerien, und Regisseur Kim Gavin hat etliche atemberaubende Szene geschaffen.

So wird die Weltreise visualisiert durch einen überdimensionalen, bespielbaren Globus mit einem Durchmesser von fünf Metern. Aber auch eine Dampflok kommt zum Einsatz und macht die Illusion perfekt. Zum ersten Mal kommen außerdem Stunts mit Bungeeseilen zum Einsatz und zwei Künstler zünden auf einer Schaukel oberhalb der Eisfläche ein artistisches Feuerwerk, das dem Publikum das Blut in den Adern gefrieren und den Atem stocken lässt.

„Showtime“ (Foto: Dominik Lapp)

Man muss sich nicht einmal für Eiskunstlauf interessieren, um von „Holiday on Ice“ mitgerissen zu werden – und das liegt vor allem an der ausgeklügelten Dramaturgie und der perfekten Umsetzung der Show. Denn hier greifen Musik, Licht, Projektionen, Effekte, Kostüme und Bühnenbild perfekt wie Zahnräder ineinander. Immer wieder wird die riesige Eisfläche in neue schillernde Farben getaucht, erscheinen andere Muster auf dem Eis, heben bunte Lichtkegel die detailreichen Kostüme der Läufer in den Fokus.

Diese optische Opulenz, kombiniert mit der emotionsgeladenen und spektakulären Choreografie, zeichnet jede Show von „Holiday on Ice“ aus. Wo im letzten Jahr auf der Eisfläche noch die sagenumwobene Stadt Atlantis unterging (hier unsere Rezension dazu), sind in diesem Jahr rund 300 brillante Kostüme im Einsatz, um ein farbenprächtiges und extravagantes Gesamtbild anlässlich des Showjubiläums zu zeichnen.

Und als würden nicht sowieso schon erstklassige Eiskunstläufer über das Eis schweben, treten an ausgewählten Terminen auch noch die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot als Gaststars auf. Dabei zeigen sie nicht nur ihre Kür, die ihnen bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille einbrachte, sondern auch eine eigens für „Holiday on Ice“ kreierte Performance.

Wenn Savchenko und Massot laufen, ist eine unglaubliche Energie zu spüren. Sie laufen so voller Leidenschaft, dass das Eis unter ihren Kufen zu schmelzen scheint. Jede Bewegung, jeder Sprung, jede Hebung, jede Pirouette sitzt, und das Publikum bei der besuchten Premiere in Hannover honoriert das mit besonders starkem Applaus.

Das Ensemble von „Showtime“ steht den Olympiasiegern jedoch in nichts nach. Alle Szenen werden durch die Läufer brillant mit absoluter Körperbeherrschung, grazilen Bewegungen, unbändiger Leidenschaft und starken Emotionen dominiert. Kein Wunder also, dass es das Publikum zum Schluss nicht mehr auf den Plätzen hält. „Holiday on Ice“ hat auch nach 75 Jahren nichts an seiner Faszination verloren und verzaubert jedes Jahr aufs Neue. „Showtime“ ist ein großer Augen- und Ohrenschmaus!

Text: Dominik Lapp

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Dominik Lapp ist der Gründer von kulturfeder. Als Kultur- und Lokaljournalist schreibt er außerdem unter anderem für die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt. Er führte Regie bei den Pop-Oratorien "Die 10 Gebote" und "Luther" sowie bei einer Workshop-Produktion des Musicals "Der Schimmelreiter". Darüber hinaus schuf er die Musical-Talk-Konzertreihe "Auf ein Wort".

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